Wechselnde Informationen aus der Zahnmedizin

Deutschland: Zahnmedizin international führend (Thu, 17 Oct 2019)
Mit erfreulichen Daten aufwarten kann die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) schon seit Jahren, wenn die jeweils aktuellen Auswertungen der großen bundesweiten Mundgesundheitsstudien veröffentlicht werden: In weitgehend allen Bereichen und bei fast allen Patientengruppen geht die Mundgesundheit und die Anzahl der eigenen Zähne stetig weiter nach oben. Wie einem Fachartikel in den „Zahnärztlichen Mitteilungen" von Ende Juli zu entnehmen ist, steht die Zahnmedizin in Deutschland auch international auf den Spitzenplätzen. Grund sei der vergleichsweise niedrigschwellige Zugang im deutschen Gesundheitssystem, der es der Bevölkerung erleichtere, zahnmedizinische Beratung und Behandlung in Anspruch zu nehmen. Heute seien 81 Prozent der Zwölfjährigen kariesfrei, und bei den Erwachsenen sei die Karies in den letzten 20 Jahren um rund 30 Prozent gesunken. Die noch bestehenden „Baustellen" seien der Zahnärzteschaft durchaus bewusst, wie beispielsweise das schichtenabhängige Karies-Erkrankungsrisiko, die frühkindliche Karies oder auch die Vorbeugung bei Menschen mit unterschiedlichem Pflegebedarf. Ebenso wie internationale Wissenschaftler kritisiert auch die BZÄK Bereiche der Ernährungsindustrie: Nicht zuletzt müsse es verbindliche Maßnahmen beispielsweise zur Zuckerreduktion geben.
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Parodontitis: Kann Ernährung helfen? (Tue, 15 Oct 2019)
Ein wachsendes Thema in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ist die Rolle der Ernährung. Während sie beim Thema Karies-Auslösung auch in der Öffentlichkeit schon recht gut bekannt ist, spielen weitere Aspekte derzeit noch eher in der Fachwelt eine Rolle. So nehmen sich zahnmedizinische Wissenschaftler Erkenntnisse aus anderen Medizinbereichen vor und prüfen sie daraufhin ab, ob die hier gewonnen Erkenntnisse auch für die Mundgesundheit Relevanz haben. Ein Beispiel dafür ist die Rolle der Ernährung bei chronischen Entzündungen wie beispielsweise der Parodontitis. Hier hat sich gezeigt, so Wissenschaftler der Berliner Charité in einem Beitrag für den „Senioren Ratbeber", dass bei Rheuma-Patienten eine Ernährung reich an Gemüse und Obst und arm an Fleischprodukten zu einer Verbesserung der rheumatischen Entzündungswerte führte. Auch die Folgen einer Osteoporose könnten sich bei einer gemüse-obst-fokussierten Ernährung verbessern – diese Knochenerkrankung hat ebenfalls Relevanz für die Gesundheit von Mund und Kieferknochen. Im Fokus der ungesunden Entwicklungen stehen insbesondere ungesättigte Fette und sogenannte Transfette. Aus solchen und weiteren ungünstigen Fetten produziert der Körper entzündungsfördernde Gewebshormone. Auch Zucker treibt diese Entzündungs-Hormone nach oben. Vollkorn, Obst und Gemüse seien insofern nicht nur allgemein, sondern auch für chronische Entzündungen wie die Parodontitis die bessere Ernährungsauswahl.
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Zahnwurzeln: Vielfalt an Kanälen (Thu, 10 Oct 2019)
Bei Veröffentlichungen in der Laienpresse werden Zähne, die zur Dekoration eines Beitrags dargestellt werden, zumeist mit zwei Wurzeln gezeigt – der „typische Backenzahn". Das allerdings ist eine an der Realität weit vorbeizielende Darstellung, wie ein Fachartikel in einer zahnärztlichen /eitschrift kürzlich aufzeigte. Abgesehen davon, dass Frontzähne, also die sichtbarsten im Mund, in der Regel einwurzelig sind, können Seitenzähne sehr viele und zudem verdrehte und miteinander in Verbindung stehende Zahnwurzeln haben. Das Thema wird für Patienten und Zahnärzte spätestens in dem Moment relevant, wenn aufgrund einer tiefen Zahnentzündung eine Wurzelbehandlung ansteht. Eine Zahnärztegruppe hat nun untersucht, wie viele Wurzelgänge Zähne im Oberkiefer haben können. Anlass war die Feststellung, dass gelegentlich ein Seitenarm übersehen und damit nicht antientzündlich behandelt worden war. Dabei ist zu bedenken, dass Röntgenaufnahmen in „nicht notwendigen Fällen" unterbleiben müssen – Wurzelbehandlungen gehören nicht zwingend zu den „notwendigen Indikationen" für eine Strahlenbelastung. Die Studie hat ergeben, dass nicht nur die üblicherweise erwarteten drei, sondern auch vier und fünf (oft schwer auffindbare) Wurzelkanäle bei den Backenzähnen häufiger vorkommen als erwartet. Erschwert wird das Auffinden durch gelegentliche Vereinigung von Kanälen oder auch Abtrennungen kleiner Abzweige von Hauptkanälen. Vermieden werden muss bei der Behandlung auch, dass die Bearbeitung einer Vielzahl von dünnen Zahnwurzeln zu einer Schwächung der Zahnwurzel-Substanz insgesamt führt. Es hat sich gezeigt, dass es nach wie vor eine Abwägung bleibt, wieviel Behandlung einem Zahn zumutbar ist – oder sein muss, um den Entzündungsquell vollständig zu entfernen.
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© Dr. Arnim Dörr